Mitschrift
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Willkommen beim Marketing Techie Podcast, dem Podcast über die Technik hinter dem Online-Marketing. Verständlich erklärt, auch für Non-Techies. Mit Emilian Buza von trace5.co. In der heutigen Folge: Was macht eigentlich ein Server? Alles, was du im Online-Marketing darüber wissen musst.
„This machine is a server. DO NOT POWER IT DOWN!!“ Das stand auf einem Zettel. Handgeschrieben, mit rotem Stift, zwei Ausrufezeichen. Und der Zettel klebte auf einem schwarzen Computer.
Klingt nach einem genervten Admin, der Angst hat, dass jemand abends den Stecker zieht, oder? Ähm … fast. Der Computer stand Anfang der Neunziger am Forschungszentrum CERN in Genf. Er gehörte einem Physiker namens Tim Berners-Lee.
Und auf diesem Rechner lief die erste Website der Welt. Eine Zeit lang war das nicht irgendein Server im Web. Das WAR das Web. Wenn da jemand auf den Knopf gedrückt hätte … dann wäre das komplette World Wide Web einfach weg gewesen.
Offline. Wegen einer Putzkraft, die Strom sparen wollte. Heute hängt das Web an Millionen von Servern. Aber eine Sache hat sich nicht geändert: Irgendwo steht auch der Server, auf dem DEINE Website läuft. Dein Shop.
Deine Landingpage. Dein Tracking. Und wenn der ausgeht, dann ist für dich auch das ganze Web weg. Zumindest der Teil, mit dem du Geld verdienst. Und heute geht's um genau dieses Ding, das man besser nicht ausschaltet.
Den Server. Ein Wort, das du garantiert schon tausendmal gehört hast. Meistens in einer dieser Formen:
Der Server ist down. Das liegt am Server. Das muss auf den Server. Kennst du, oder?
Aber jetzt mal Hand aufs Herz. Wenn dich jemand fragen würde, was ein Server eigentlich ist und wo der steht, was würdest du dann sagen? Ähm, eben. Keine Sorge, das geht vielen so. Auch Leuten, die das Wort jeden Tag benutzen.
Und genau deshalb sprechen wir heute darüber. Wir wollen hauptsächlich drei Fragen beantworten. Was ist ein Server? Was macht er? Und wo steht dieses Teil eigentlich?
Fangen wir mit dem Wort an. Server kommt vom Englischen to serve, dienen, bedienen. Ein Server ist also ein Diener. Und das ist gar nicht so blöd, wie es klingt. Denn genau das macht er den ganzen Tag.
Er wartet darauf, dass jemand was von ihm will. Und dann liefert er. Stell dir ein Restaurant vor. Du sitzt am Tisch und bestellst ein Schnitzel. Der Kellner geht in die Küche, holt das Schnitzel und bringt es dir.
Du bist in dieser Geschichte der Client, der Kunde. Der, der was will. Und der Kellner samt Küche? Das ist der Server. Im Internet ist dein Browser der Client.
Du tippst eine Adresse ein und dein Browser schickt eine Bestellung los. Ich hätte gern die Startseite von deinem Shop bitte. Diese Bestellung nennt man Anfrage. Auf Englisch Request. Der Server bekommt die Anfrage, sucht die passenden Dateien raus, baut vielleicht noch schnell was zusammen und schickt dir das Ergebnis zurück.
Die Antwort. Response. Anfrage, Antwort. Anfrage, Antwort. Den ganzen Tag.
Millionenfach. Das ist im Kern alles, was im Web passiert. So. Und jetzt kommt der Teil, der viele Menschen verwirrt. Pass auf.
Das Wort Server bedeutet zwei verschiedene Dinge. Erstens. Ein Computer. Ein echtes Stück Hardware. Aus Metall, mit Prozessor, Speicher, Festplatten, Kabeln.
Das Ding, das irgendwo steht und brummt. Zweitens. Ein Programm. Eine Software, die auf diesem Computer läuft und auf Anfragen wartet. Wenn dein Admin sagt, der Webserver ist abgestürzt, dann meint er meistens das Programm.
Der Computer läuft wahrscheinlich fröhlich weiter. Nur das Programm, das deine Website ausliefert, hat sich verabschiedet. Und auf einem einzigen Computer können ganz viele solcher Serverprogramme gleichzeitig laufen. Eins für die Website, eins für die Datenbank, eins für die E-Mails. Also ein Servercomputer mit mehreren Serverprogrammen drauf.
Klingt verwirrend? Ist es auch. Aber du musst dir nur eins merken. Wenn jemand Server sagt, frag dich kurz, ob er die Kiste meint oder das Programm. Das spart dir manches Missverständnis.
Und ist so ein Servercomputer jetzt irgendwas Magisches? Nö. Im Grunde ist das ein Computer wie dein Laptop. Nur ohne Bildschirm, ohne Tastatur. Meistens deutlich stärker und gebaut dafür, jahrelang ohne Pause durchzulaufen.
Und worauf läuft der? Wer letzte Woche zugehört hat, weiß es schon. Na? Jep. In den allermeisten Fällen Linux.
Falls du die letzte Folge verpasst hast, empfehle ich dir, zurückzugehen und sie dir anzuhören. Sie ist nicht lang und du wirst wahrscheinlich etwas erfahren, das dir so noch gar nicht bewusst war. Aber zurück zu dem Thema dieser Folge. Wir wissen jetzt, was ein Server ist. Aber wo steht der eigentlich?
Im Keller deiner Agentur? Unter dem Schreibtisch vom Admin? Ganz früher war das tatsächlich oft so. Da stand im Büro ein brummender Kasten in einer Abstellkammer und wenn die Putzfrau den Stecker gezogen hat, war die Website weg. Heute steht der Server fast immer in einem Rechenzentrum.
Und so ein Rechenzentrum musst du dir vorstellen wie eine riesige Lagerhalle. Reihe um Reihe hohe Metallschränke und in jedem Schrank stapeln sich flache Computer übereinander. Wie Pizzakartons. Es ist laut. Es ist kalt, weil die Klimaanlage gegen die ganze Abwärme anpusten muss.
Es gibt Notstromaggregate, falls der Strom ausfällt. Und Sicherheitsleute, die dich da nicht einfach reinlassen. Und in Deutschland stehen besonders viele dieser Hallen in und um Frankfurt am Main. Denn da sitzt einer der größten Internetknoten der Welt. Also eine Stelle, an der unzählige Netze zusammenlaufen.
Gut, jetzt weißt du, wo das Gebäude steht. Aber wem gehört dein Server da drin? Und da wird's für dich als Marketer richtig interessant. Denn es gibt im Wesentlichen vier Varianten. Die schauen wir uns jetzt mal an.
Aber bevor wir das machen, müssen wir kurz noch über ein Thema sprechen, das die meisten dieser Varianten überhaupt erst möglich macht. Virtualisierung. Wenn du eine Website betreibst, mietest du dir in aller Regel einen Server. Also einen Computer. Jetzt stellst du dir das vielleicht so vor wie beim Laptopkauf im Mediamarkt.
Nur, dass du eben ins Rechenzentrum gehst und dir den Computer nicht kaufst, sondern mietest. Tatsächlich ist das aber ein wenig anders. Denn wenn du dir einen Laptop holst, hast du einen eigenen Computer mit einem Betriebssystem. Nur für dich. Das ist der Normalfall.
Virtualisierung ermöglicht aber etwas anderes. Auf einem Computer ganz viele Untercomputer laufen zu lassen. Das heißt, du kannst dir einen Computer kaufen und dann innerhalb dieses Computers einen oder mehrere ganz andere Computer laufen lassen. Ich zum Beispiel nutze Linux. Das ist das Betriebssystem auf meinem Computer.
Für bestimmte Programme habe ich aber zusätzlich Windows installiert. Und zwar innerhalb von meinem Linux. Als eigenes Betriebssystem. So als hätte es einen eigenen Computer. Das heißt tatsächlich genau das.
Ich arbeite in Linux, klicke auf einen Windows-Button und auf einmal bin ich dann in Windows. Und dieses Windows weiß überhaupt nichts von meinem Linux. Ebenso, als ob ich auf einem fremden Rechner bin. Nur läuft dieser fremde Rechner eben in meinem Linux. Wie das funktioniert?
Ganz grob so. Auf meinem Computer läuft ein spezielles Programm. Das heißt Hypervisor. Klingt nach Superheld, ist aber eher ein Hausmeister. Dieser Hypervisor gaukelt Windows vor, es hätte einen eigenen Computer.
Mit eigenem Prozessor, eigenem Arbeitsspeicher, eigener Festplatte. In Wirklichkeit ist das alles nur geliehen. Der Hypervisor zwackt ein Stück von meinem echten Computer und meiner Hardware ab und sagt zu Windows, hier, das ist deins. Ich habe zum Beispiel eine Festplatte mit einem Terabyte und sage dem Hypervisor, Windows kriegt 100 Gigabyte davon. So habe ich am Ende ein komplettes Windows auf einer 100 Gigabyte Festplatte.
Die restlichen 900 Gig bleiben für mein Linux reserviert. Und Windows? Merkt nix. Das glaubt, es wäre ganz allein auf seiner eigenen Kiste. So einen Computer im Computer nennt man virtuelle Maschine.
Und jetzt stell dir das nicht mit einem Laptop vor, sondern mit einem dicken Server im Rechenzentrum. Auf dem laufen dann nicht eine, sondern 10, 20, 50 virtuelle Maschinen gleichzeitig. Und jede glaubt, sie hätte den Rechner für sich allein. Genau so verdienen Hoster ihr Geld. Ein großer Computer, viele Mieter.
Mit diesem Wissen schauen wir uns jetzt die vier Varianten des Server-Hostings an und können jetzt die Frage beantworten, wem gehört der Server? Und da gibt es eben vier mögliche Antworten, beziehungsweise Konzepte. Und wo wir hier schon von Mieten sprechen, erkläre ich die Dinge einfach mal so wie bei der Wohnungssuche. Also, fangen wir mit Variante 1 an. Shared Hosting.
Ich nenne diese Variante die WG. Das ist das, was die meisten kleinen und mittleren Websites haben. Du mietest bei einem Hoster einen Tarif für ein paar Euro im Monat. Und jetzt kommt's. Du bekommst keine eigene virtuelle Maschine.
Du bekommst ein Benutzerkonto. Auf einem Server, auf dem hunderte andere Websites ebenfalls ein Benutzerkonto haben. Alle in ein und demselben Betriebssystem. Gut, dieser Server kann selbst eine virtuelle Maschine sein. Aber die gehört dem Hoster, nicht dir.
Und darin wohnt ihr alle zusammen. Siehst du, warum ich es die WG nenne? Weil es hier eben so ähnlich ist. Du hast dein Zimmer, also deinen Ordner, und kannst abschließen. Aber Küche und Bad, also das Betriebssystem und das Webserver-Programm, teilen sich alle.
Und den Hausschlüssel hat nur der Vermieter. Übrigens, du selbst kriegst davon überhaupt nichts mit. Alles, was du siehst, ist nur deine persönliche Benutzeroberfläche vom Hoster. Du selbst hast keinen Zugriff auf den Server. Du kriegst ihn nur zur Verfügung gestellt und nutzt ihn.
Günstig. Bequem. Um die Technik kümmert sich der Hoster. Aber. Wenn dein Mitbewohner die halbe Nacht duscht, ist für dich das warme Wasser weg.
Will sagen, wenn eine andere Website auf demselben Server plötzlich einen Haufen Traffic bekommt, kann deine Seite langsamer werden. Obwohl du gar nichts gemacht hast. Gute Hoster begrenzen heute zwar, wie viel Rechenleistung jedes Zimmer verbrauchen darf. Aber Küche und Bad bleiben halt gemeinsam. Und was, wenn dir das zu wenig ist und du gerne etwas Professionelleres haben möchtest?
Dann gibt es Variante 2. Ich nenne sie die Mietwohnung. In der Fachsprache nennt man das einen virtuellen Server oder Virtual Private Server. Kurz VPS. Und wie der Name ja schon verrät, bekommst du in dieser Variante deine eigene virtuelle Maschine.
Mit eigenem Betriebssystem. Also deine eigene Wohnung, eigene Tür, eigene Küche, eigenes Bad. Das könnte ich übrigens mit meinem Windows in meinem Linux auch machen. Ich könnte dir jetzt anbieten, du mietest von mir eine 100 Gigabyte Maschine mit Windows drauf. Du könntest darauf arbeiten und würdest nie etwas von meinem Linux zu Gesicht bekommen.
Genau dasselbe passiert beim virtuellen Server. Du mietest ein Stück vom Server, installierst dort dein gewünschtes Betriebssystem und arbeitest dort ganz unabhängig, wie auf deinem eigenen Rechner. Ja, das Haus teilst du dir immer noch mit anderen. Das ist der echte, physische Computer darunter. Aber von den anderen kriegst du gar nichts mit.
Du bist in deiner eigenen Wohnung und in der bestimmst du alles. Du hast einen festen Anteil an Rechenleistung und Speicher und kannst installieren, was du willst. Mehr Kontrolle, weniger Stress mit den Nachbarn. Aber hier ist der Haken. Bei einem virtuellen Server hast du nicht dieselben Rechte wie ein Mieter in einer Mietwohnung.
Wenn der Wasserhahn tropft, kannst du nicht den Vermieter anrufen und es wird für dich repariert. So etwas musst du schon selbst machen. Heißt, mit größerer Leistung kommt auch größere Verantwortung. Du musst deinen gemieteten Server selbst administrieren. Da hilft dir keiner.
Oder du hast jemanden, der ihn für dich administriert. Zum Beispiel eine Agentur. Okay, kommen wir zur dritten Variante. Ich nenne sie das Einfamilienhaus. In der Fachsprache nennt man das Dedicated Server.
Es ist die einfachste Variante. Hier vermietet das Rechenzentrum einfach seinen Server komplett an dich. Das ist ein ganzer Computer. Nur für dich. Keine Nachbarn.
Alles deins. So wie wenn du ein eigenes Haus mietest. Aber warum solltest du das machen, statt dir einfach selbst einen Server zu kaufen? Aus verschiedenen Gründen. Ein Server kostet tausende von Euros und es dauert Jahre, bis sich die Kosten amortisieren.
Was, wenn du den Server nur für ein Jahr brauchst? Und was ist mit der Internetverbindung? Der beste Server hilft dir nicht, wenn du nur eine normale Internetverbindung und aber tausende von Besuchern an einem Tag hast. Dann bricht die Leitung zusammen. Du siehst, es gibt gute Gründe.
Und das sind sogar nur die zwei wichtigsten. Natürlich hat dieses Modell aber auch seine Nachteile. Es ist zum Beispiel deutlich teurer als die anderen Modelle. Und wie beim VPS gilt auch hier. Wenn das Dach undicht ist, ist es dein Problem.
Du hast die volle Verantwortung dafür. Und das ist übrigens die einzige Variante, bei der du keine Virtualisierung brauchst. Das ganze Haus gehört dir. Und damit zur Variante 4. Die Cloud.
Hier passt das Wohnungsbild nicht mehr so richtig. Eher ein Hotel. Ah, die Cloud. Das große Zauberwort. Lass dich davon nicht beeindrucken.
Es gibt da diesen schönen Spruch unter Admins. Die Cloud ist einfach nur der Computer von jemand anderem. Und das stimmt erstmal. Wenn du bei Google, Amazon oder Microsoft etwas in der Cloud laufen lässt, dann läuft das in deren Rechenzentren. Auf ganz normalen Servern.
Aber dein virtueller Server ist auch auf dem Computer von jemand anderem. Also kann das nicht der Unterschied sein. Wo liegt also jetzt der Unterschied zwischen VPS und Cloud? Es gibt drei große Unterschiede. Erstens, bei einem VPS mietest du einen Server.
Eine Wohnung. Und was du darin machst, ist deine Sache. In der Cloud mietest du oft gar keinen Server mehr, sondern einen Dienst. Du sagst, ich brauche eine Datenbank. Oder führ dieses Programm hier aus.
Und der Anbieter kümmert sich um alles darunter. Betriebssystem, Updates und dass das Ding nicht ausfällt, wenn mal eine Festplatte stirbt. Und jetzt rat mal, wo du das schon längst nutzt. Dein serverseitiger Tag Manager Container. Der läuft in der Google Cloud, in einem Dienst, der Cloud Run heißt.
Und eine Maschine bekommst du da nie zu sehen. Du sagst nur, lass meinen Container laufen. Fertig. Zimmerservice. Falls du nicht sicher bist, was ein serverseitiger Tag Manager Container ist, wir werden in einer der künftigen Folgen hier auch noch darüber reden.
Der zweite Unterschied ist die Automatisierung. In der Cloud lässt sich alles per Programm steuern. Und das heißt, das System kann selbst reagieren. Stell dir vor, es ist Black Friday. Dein Traffic geht durch die Decke.
Wenn du nur einen Server hast, kann der nur so und so viel verkraften. Irgendwo ist eine Grenze. Wenn der Ansturm zu groß ist, du zu viele Besucher auf einmal hast, dann bricht der Server eben irgendwann zusammen. In der Cloud lässt sich das so einrichten, dass das System selbst merkt, Okay, wir brauchen mehr Server, um den Ansturm zu bewältigen und bei steigendem Traffic selbst neue Kopien deines Programms hochfährt. Hat sich der Ansturm gelegt, schaltet es sie wieder ab.
Automatisch. In Minuten. Ohne, dass ein Mensch eingreift. Das ist also nicht nur flexibel zu- und abbuchen. Das bucht sich von selbst.
Dritter Unterschied. Die Cloud ist überall. Die großen Anbieter haben Rechenzentren auf allen Kontinenten. Du kannst also wählen, läuft mein Dienst in Frankfurt, in Virginia, in Singapur oder gleich an mehreren Orten gleichzeitig. Eine Hotelkette eben, nicht ein einzelnes Haus.
Wofür das gut ist? Naja, wenn du zum Beispiel eine Website hast, möchtest du, dass sie schnell lädt. Was aber, wenn du Besucher aus der ganzen Welt auf deiner Seite hast? Für jene in Deutschland wird deine Seite schnell laden. Aber für Besucher aus Kuala Lumpur?
Sicherlich nicht. Wenn du deine Seite an mehreren Orten laufen lässt, bekommen Besucher aus Kuala Lumpur sie von einem Server in ihrer Nähe. Und dann lädt sie viel, viel schneller. So. Und jetzt muss ich der Vollständigkeit halber noch was nachschieben.
Nämlich, die Grenze zwischen VPS und Cloud verschwimmt heute mehr und mehr. Viele VPS-Anbieter rechnen inzwischen auch stundenweise ab und lassen sich per Programm steuern. Und wenn du bei Google oder Amazon einfach nur einen einzelnen Server mietest, dann ist das technisch kaum was anderes als ein VPS. Den Unterschied machen also nicht die Zimmer, sondern der ganze Service drumherum. Für hier lass uns aber erst nochmal eine wichtige Frage klären.
Vielleicht sagst du dir jetzt nämlich, okay, schön, WG, Mietwohnung, Hotel, bla bla. Aber was geht mich das ganze Zeug als Marketer an? Gute Frage. Es sind drei Dinge. Erstens, Ladezeit.
Ein Server steht an einem echten Ort. Und die Daten müssen von diesem Ort zu deinem Besucher reisen. Durch echte Kabel. Das geht zwar wahnsinnig schnell, aber nicht unendlich schnell. Steht dein Server in Frankfurt und dein Besucher sitzt in Hamburg?
Kein Thema. Steht dein Server in Frankfurt und dein Besucher sitzt in Sydney, dann ist eine einzige Anfrage samt Antwort schnell mal eine Viertelsekunde unterwegs. Und eine Seite braucht davon mehrere. Und jede Zehntelsekunde Ladezeit kann dich Conversions kosten. Das weißt du besser als ich.
Darum gibt's übrigens CDNs. Content Delivery Networks. Die legen Kopien deiner Seite in Rechenzentren auf der ganzen Welt ab. Wie Filialen. Dann holt sich der Besucher in Sydney die Seite eben aus der Filiale in Sydney und nicht aus Frankfurt.
Wenn deine Seite also zu langsam ist, kennst du jetzt eine sehr effektive Möglichkeit, um sie schneller zu machen.
Zweitens, Datenschutz. Wo dein Server steht, ist nicht egal. Ob Daten deiner Besucher in Frankfurt verarbeitet werden oder in Virginia, spielt für die DSGVO eine Rolle. Ich bin kein Anwalt und das ist auch keine Rechtsberatung. Aber du solltest zumindest wissen, wo deine Website und dein Tracking-Server laufen.
Denn danach fragt dich früher oder später jemand. Spätestens dein Datenschutzbeauftragter. Drittens, Lastspitzen. Du planst eine große Kampagne. Newsletter an 50.000 Leute, alle zur gleichen Zeit.
Oder du hast einen Fernsehauftritt. Oder es ist Black Friday. Und auf einmal wollen tausende Leute gleichzeitig auf deine Seite. Wenn du in der WG wohnst, also im Shared Hosting, dann kann das richtig wehtun. Seite lahm, Seite weg, Kampagnengeld verbrannt.
Und das fiese, die Anzeigen laufen weiter. Die Klicks kosten weiter. Nur die Seite dahinter ächzt. Darum, bevor du eine große Aktion startest, frag deinen Hoster oder deine Agentur, ob der Server das aushält. Ein Satz kann dir viel Ärger sparen.
Abschluss. So, fassen wir zusammen. Ein Server ist ein Diener. Er wartet auf Anfragen und liefert Antworten. Das Wort bedeutet zwei Dinge.
Den Computer und das Programm darauf. Frag im Zweifel nach, welches gemeint ist. Und der Server steht fast immer in einem Rechenzentrum. Entweder teilst du ihn dir, wie in einer WG, hast eine eigene Wohnung, ein ganzes Haus. Oder mietest dich in der Cloud ein, wie im Hotel.
Und wenn du heute noch was tun willst, hier die Hausaufgabe. Find raus, welche dieser vier Varianten du hast. Schau in deinen Vertrag beim Hoster oder frag deine Agentur. Sind wir auf Shared Hosting, VPS, dediziertem Server oder in der Cloud? Und wo steht der Server?
Zwei Fragen. Und du weißt mehr über deine eigene Website als viele Marketer da draußen. Zum Schluss aber noch eine sehr wichtige Sache. Wenn du dein Marketing optimieren und Probleme beheben willst, spielt der Server natürlich eine gewaltige Rolle. Aber er ist nicht das einzige, was zählt.
Viele Optimierungsmöglichkeiten für deine Kampagnen und viele Fehler spielen sich nicht auf dem Server, sondern im Browser ab. Heißt, erst wenn du beides verstehst, Server und Browser, bekommst du das vollständige Bild. Und weil das ziemlich kompliziert ist und selten verständlich erklärt wird, habe ich einen Kurs mit dem Titel „Was passiert im Browser?“ entwickelt, den du dir auf meiner Seite trace5.co holen kannst. Und ich verspreche dir, das, was du dort in den vier Stunden lernst, wissen wirklich nur die wenigsten Online-Marketer. Schau ihn dir mal an, wenn du Lust hast.
Und egal wie, wir hören uns hoffentlich in der nächsten Folge dieses Podcasts wieder. Ich tät mich freuen. Bis dahin, adios und viel Spaß noch.