Mitschrift
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Willkommen beim Marketing Techie Podcast, dem Podcast über die Technik hinter dem Online-Marketing. Verständlich erklärt, auch für Non-Techies. Mit Emilian Buza von trace5.co. In der heutigen Folge: Warum Linux die Basis für Online-Marketing ist und warum das kaum jemand weiß.
Hallo und herzlich willkommen zur ersten Folge des Marketing Techie Podcasts. Mein Name ist Emilian Buza von www.trace5.co und ich bin derjenige, dem du zuhörst, wenn du diesen Podcast hörst. Worum geht es in diesem Podcast? Um die Technologie hinter dem Online-Marketing. Und ich sage es lieber gleich von Anfang an ganz genau.
Es geht in diesem Podcast nicht darum, irgendwelche Gäste einzuladen oder so. Also zumindest mal noch nicht am Anfang. Der Grund, warum ich diesen Podcast angefangen habe, ist der, dass ich Kurse rund um Marketing Technology oder MarTech gebe und also alles behandle, was im Hintergrund des Online-Marketings passiert. Also so Dinge wie Server, Conversion Tracking, Server-Side Tracking und so weiter. Also das, was die meisten Marketer ziemlich langweilig finden.
Und wieso mache ich verrücktes Huhn so etwas? Naja, weil ich selbst Online-Marketing mache und seit ein paar Jahren in der Erwachsenen-Weiterbildung unterrichte. Und da stelle ich immer wieder fest, dass ich viele hochkompetente Marketer vor mir habe, die genau wissen, wie sie SEO machen oder Google Ads, Meta-Ads oder LinkedIn-Ads bedienen, aber bei den technischen Themen, die im Hintergrund passieren, nicht ganz sicher sind. Also zum Beispiel Themen wie Server-Side Tracking, Webhooks, der Consent Mode V2 und alle diese anderen Themen. Und natürlich auch ganz viel KI.
Und weil es wirklich nicht oft einfach verständliche und leicht konsumierbare Erklärungen gibt, die man im Kopf behält, habe ich mir gedacht, da mache ich doch einen Podcast, in dem ich jede Woche einen neuen Begriff aus dem technischen Bereich einführe, der für Online-Marketer wichtig ist. Das heißt, wenn du meinen Podcast abonnierst, stellst du damit sicher, dass du dich mindestens einmal die Woche mit einem technischen Thema des Online-Marketings beschäftigst. Und zwar so, dass es reicht, damit du bei diesen Themen mitreden kannst und kompetent wirkst. Das ist also der Hintergrund des Podcasts. So, und das Thema, das ich für die erste Folge ausgewählt habe, ist eines, das mir echt am Herzen liegt und für das ich brenne.
Linux. Und da fange ich direkt mit einer Frage an. Wann hast du eigentlich zuletzt mit Linux gearbeitet? Na? Lass mich raten.
Noch nie? Entweder hast du den Begriff noch nie gehört, das ist legitim, wenn auch etwas überraschend, oder du nutzt halt Windows oder Mac. Und Linux ist für dich, ähm, so dieses Ding für Leute im Kapuzenpulli, die nachts um drei grüne Buchstaben über einen schwarzen Bildschirm rieseln lassen. Matrix halt. Also, wenn deine Antwort jetzt noch nie war oder hab's mal ausprobiert, war mir aber zu technisch, dann habe ich eine Überraschung für dich.
Du nutzt es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit genau jetzt, in dieser Sekunde, um diesen Podcast zu hören. Vielleicht sogar mehrere Versionen von Linux gleichzeitig. Und hast du heute schon in deine Kampagnen geschaut? Oder eine Landingpage aufgerufen? Kurz in GA4 reingeguckt?
Oder einfach nur auf dem Handy eine Anzeige gesehen? Dann hat Linux an fast jeder Stelle mitgearbeitet. Du hast es nur nicht gemerkt. Und genau darum geht's heute. Nicht darum, dass du jetzt Linux lernen sollst.
Nein, du musst keine Befehle auswendig lernen. Versprochen. Sondern um die Frage, wie kann es sein, dass so wenigen Menschen bewusst ist, dass sich der größte Teil ihres digitalen Lebens auf einer Plattform abspielt, deren Namen sie nicht kennen? Oder bei der sie zumindest nicht wissen, dass es sich dort abspielt? Gut, für einen Menschen, der nichts mit IT oder Computern zu tun hat, ist das ja verständlich und logisch.
Aber als Online-Marketer können wir es uns natürlich nicht leisten, so etwas nicht zu wissen und nicht wenigstens die Grundzüge von Linux zu kennen. Wo sich doch die meisten Aktivitäten, die wir täglich in unserem Job ausüben, genau auf diesen Betriebssystemen abspielen. Schauen wir uns darum jetzt mal die Grundlagen von Linux an, die du als Online-Marketer kennen solltest. Ein Klick, Station für Station. Und das schauen wir uns jetzt nicht in der Art einer Vorlesung an.
Schauen wir uns einfach mal an, wo überall Linux im Internet mitspielt. Alles, was wir dafür als Ausgangspunkt brauchen, ist ein einziger Klick auf einer Webseite. Also, stell dir vor, es ist Dienstagabend, 21.37 Uhr. Irgendwer liegt auf dem Sofa, nebenbei läuft irgendeine Serie und er scrollt durchs Handy. Und während er so auf seiner Lieblingsseite doom-scrollt, sieht er auf einmal deine Anzeige.
Und weil die so gut ist, tippt er darauf und landet auf deiner Landingpage. Da füllt er das Formular aus und verwandelt sich auf wundersame Weise in deinen strahlenden Lead. Für dich ist das am nächsten Morgen, naja, eine Zeile im Report. Nur ein weiterer Lead von vielen, die du den lieben langen Tag generierst. Du nimmst einen Schluck Kaffee, machst weiter und denkst nicht weiter darüber nach.
Okay, das war jetzt die spannende Geschichte eines Klicks. Von den Anfängen bis zum Happy End. Wo und was hat Linux jetzt zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen? Gehen wir das mal Station für Station durch. Station 1.
Das Handy. Drei von vier Smartphones, die im zweiten Quartal 2026 weltweit verkauft wurden, laufen mit Android. Drei von vier! Und Android baut auf Linux auf. Heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass dein Lead ein Linux-Smartphone benutzt hat, ist sehr hoch.
So, und jetzt müssen wir leider schon mal für einen Augenblick etwas in die Tiefe gehen. Wenn ich Linux sage, meine ich nicht, dass das Smartphone Linux heißt oder irgendwo Powered by Linux draufsteht. Linux im engen Sinn ist eigentlich nur der innerste Teil eines Betriebssystems. Eben der Kern. Der Teil vom Betriebssystem, der mit der Hardware redet.
Mit Speicher, Prozessor, Netzwerk. Der ist kostenlos und kann von allen Menschen und Firmen frei verwendet werden, um etwas Neues darum herum aufzubauen. Zum Beispiel ein Smartphone-Betriebssystem namens Android. Aber natürlich ist Android nicht das einzige Betriebssystem, das auf Linux basiert. Die Community hat von Anfang an auch vollständige Betriebssysteme gebaut, die man ganz offiziell Linux nennt.
Davon gibt es hunderte. Sie alle haben auf jeden Fall eines gemeinsam. Alle basieren auf dem Linux-Kern. Was darum herum gebaut ist, ist individuell. Ja, ich weiß, das klingt sehr verwirrend.
Merk dir nur eines. Es gibt Betriebssysteme, die sich ausdrücklich als Linux bezeichnen, weil sie auf dem Linux-Kern basieren. Zum Beispiel Ubuntu, Debian, Mint und andere. Und es gibt Betriebssysteme, die Linux nicht einmal erwähnen und trotzdem darauf basieren. Erwähnen müssen sie Linux nicht.
Denn jeder darf den Kern kostenlos nutzen und eigene Produkte darauf bauen und vermarkten. Die einzige Bedingung, wer am Kern selbst etwas ändert, muss diese Änderungen offenlegen. Und wenn dein User getippt und dabei kein iPhone benutzt hat, dann sehr wahrscheinlich ein Smartphone, das auf Linux basiert. Aber das Smartphone ist nicht die einzige Stelle, an der Linux mitgearbeitet hat. Der Tipp auf die Anzeige geht nämlich meistens gar nicht direkt auf deine Seite, sondern erstmal über einen Server vom Werbenetzwerk.
Der zählt den Klick, schließlich will man ihn dir ja in Rechnung stellen, und schickt den Besucher dann weiter. Diese Server stehen in riesigen Rechenzentren. Rat mal, worauf die laufen. Jep, im Wesentlichen Linux. Denn wie gesagt, nicht nur Smartphone-Betriebssysteme basieren auf Linux.
Auch auf PCs gibt es Linux. Da ist es zwar noch eine Nische, aber eine wachsende. Und vor allem Server-Betriebssysteme. Auf so einem ist der Klick des Nutzers mit hoher Wahrscheinlichkeit gelandet. Und es geht noch weiter.
Denn nach dem Klick ist er auf deiner Landingpage gelandet. Die wiederum liegt auf einem Webserver bei deinem Hoster. Und anstatt dich jetzt raten zu lassen, wie viele Websites weltweit auf Linux laufen, sage ich es dir direkt. Mindestens 60 Prozent. Das habe ich mir übrigens nicht ausgedacht.
Die Zahlen kommen von einem Dienst, der W3Techs heißt. Die schauen sich laufend die 10 Millionen meistbesuchten Websites an und gucken, welches Betriebssystem steckt dahinter. Ergebnis? Sommer 2026 bei gut 60 Prozent aller Websites, bei denen man das System überhaupt erkennen kann, eindeutig Linux. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein.
Denn Linux ist nach dem Vorbild eines älteren Betriebssystems gebaut, das Unix heißt. Und Unix hat noch andere Nachfahren, die Linux sehr ähnlich und zum Beispiel Windows sehr unähnlich sind. Wenn man diese Verwandten von Linux dazu nimmt, kommt man auf über 90 Prozent. Ja, aber Windows ist doch auf jedem PC vorinstalliert und läuft in jeder Firma? Ja, das stimmt.
Aber nur im sichtbaren Vordergrund, auf den Endgeräten der Nutzer. Aber nicht auf den Servern. Dort hat Microsoft einen Anteil von sage und schreibe, ähm, rund acht Prozent. Acht! Microsoft ist in der Serverwelt also ungefähr so erfolgreich wie in der Suchmaschinenwelt mit Bing.
Du siehst also, bisher ist Linux an jedem Schritt deiner Conversion beteiligt. Und es geht weiter. Der Besucher hat ja auch noch dein Lead-Formular ausgefüllt. Und wohin sind die Daten jetzt gegangen? Ins Internet?
Ähm, nö. Die sind wieder genau an den Server gegangen, auf dem auch deine Landingpage liegt. Also wieder zu deinem Hoster. Dort wartet ein Programm. Bei WordPress zum Beispiel dein Formular-Plugin.
Das nimmt die Daten an, prüft sie kurz und packt sie in eine Datenbank. Oder schickt sie weiter an dein CRM. Und jetzt die Frage, wo läuft dieses Programm? Auf dem Server. Und der Server?
Na, das hatten wir ja gerade. In den allermeisten Fällen Linux. Aber Achtung! Nur damit wir uns nicht falsch verstehen. Linux ist nicht das Formular.
Und auch nicht die Datenbank. Linux ist das Betriebssystem darunter. Der Boden, auf dem das alles steht. Und wenn dein CRM HubSpot oder Salesforce heißt? Dann landen die Daten in deren Rechenzentren.
Und die laufen, mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit, auch wieder auf Linux. Und dann haben wir zum Schluss noch eine Station. Denn sehr wahrscheinlich hast du Conversion-Tracking installiert. Sobald dein neuer Lead also auf den Senden-Button geklickt hat, hat dein Conversion-Tag gefeuert. Richtung Google, Richtung Meta, Richtung LinkedIn oder was auch immer.
Und wenn du serverseitiges Tagging nutzt, dein Server-Container läuft meistens in der Google-Cloud. Und dieser Container ist im Kern, na, ein kleines Linux-System. Und die Server, die deine Daten annehmen, durchrechnen und dir am nächsten Morgen als hübsche Zahl ins Dashboard malen? Rechenzentren. Linux.
Also. Handy, Klickserver, Webserver, Formular, Tracking, Auswertung. Fast jede einzelne Station Linux. Und die einzige Stelle, an der du auf was anderes guckst? Dein Laptop, auf dem du am Ende den Report liest.
Lustig, oder? Warum du davon nichts merkst? Und jetzt fragst du dich wahrscheinlich, hä? Wenn das so wichtig ist, warum habe ich davon noch nie was mitbekommen? Gute Frage.
Weil Linux genau da arbeitet, wo du nicht hinguckst. So ein Webserver hat keinen Bildschirm, keine Maus, keinen Desktop mit hübschem Hintergrundbild. Da sitzt niemand davor. Der nimmt Anfragen an, sucht Dateien raus, schickt Antworten zurück. Rund um die Uhr.
Ohne zu meckern. Was du davon siehst? Das Ergebnis. Im Browser. Die Arbeit selbst?
Unsichtbar. Und das ist Absicht. Ein Server soll laufen. Nicht bedient werden. So, und jetzt kommt der Einwand.
Den würde ich an deiner Stelle auch bringen. Ja, schön und gut. Aber mir doch egal, worauf der Server läuft. Hauptsache, er läuft. Dafür habe ich einen Hoster, eine Agentur, eine IT.
Stimmt. Solange alles funktioniert, musst du über Linux genau gar nichts wissen. Genauso wenig wie über den Motor, solange das Auto fährt. Aber. Das Problem fängt an, wenn es nicht mehr funktioniert.
Und zwar nicht, weil du den Fehler reparieren sollst, sondern weil du ihn bemerken musst. Einordnen. Und richtig weitergeben. Kennst du das? Du schreibst der Agentur, die Seite geht nicht.
Die Agentur schreibt zurück, bei uns geht sie. Du schreibst dem Hoster. Der Hoster schreibt, Server läuft. Und dann geht das Pingpong los. Und weißt du, was in der Zeit fröhlich weiterläuft?
Deine Kampagne. Du zahlst für jeden einzelnen Klick. Wenn du dagegen ein paar Eigenheiten von Linux kennst, nur ein paar. Dann kannst du einen Satz schreiben, mit dem jemand sofort was anfangen kann. Und, Überraschung, ziemlich viele Probleme, die bei uns im Marketing aufschlagen, haben ihre Ursache genau in diesen Eigenheiten.
Welche Eigenheiten das sind, schauen wir uns in einer der nächsten Folgen an. So, und das war's schon für heute. Natürlich gibt es viele Möglichkeiten, wie dir das Wissen um Linux in deiner Arbeit als Online-Marketer weiterhelfen kann. Aber ich will weder deine Geduld überstrapazieren, noch einen Vortrag über die Freuden des Linux-Genusses im Online-Marketing halten. Alles, was ich mit dieser ersten Folge wollte, war, dir bewusst zu machen, wie wichtig Linux im Online-Marketing ist.
Schließlich arbeitest du jeden Tag damit. Und falls du dich fragst, welche Technik noch so im Verborgenen arbeitet, kann ich dir nur meinen Online-Kurs Was passiert im Browser auf meiner Seite trace5.co empfehlen. Denn der Browser ist auch so ein Fall. Wir benutzen ihn als Marketer täglich und intensiv. Aber wie er funktioniert und was da passiert, wissen die meisten nicht.
Genau dieses Wissen kann aber den Unterschied zwischen einer erfolgreichen Kampagne und einem Flop ausmachen. Warum? Weil eben Dinge im Hintergrund, im Browser passieren und unser Online-Marketing beeinflussen, ohne dass wir es mitkriegen. Wir glauben, da wird schon alles gut gehen. Wir haben ja eine IT, die sich um das Thema kümmert.
Aber in Wahrheit hat deine Kampagne für die Prio 512 oder so. Und so scheitern Kampagnen nicht an schlechtem Marketing, sondern an technischen Problemen. Dabei hätten sie Gewinner-Kampagnen werden können, wenn man als Marketer die Technik dahinter versteht. In diesem Sinne, falls du Interesse hast, findest du meinen Kurs auf meiner Seite trace5.co. Falls nicht, ist das auch okay.
Dann hoffe ich, dass du in der nächsten Folge wieder reinhörst. Bis dahin ganz viel Spaß und Tschüssikowski!